20.11.2018
Kategorie: technotrans, 2018

Kronprinz schafft den Ölnebel ab

Mit technotrans-Ventilen senkt der Radproduzent Kosten und Materialverbrauch


Beölung der Felgenbandage zeitgleich von beiden Seiten

Ob Lkw oder Pkw, die Stahlräder der KRONPRINZ GmbH aus Solingen finden sich bei nahezu allen bekannten Fahrzeugherstellern und müssen somit in einem preissensiblen Markt strenge Vorgaben an die Qualität erfüllen. Einen wichtigen Schritt hin zu einer noch effizienteren Produktion machte der Hersteller mit dem Austausch seiner Sprühbeölung. Die nebelarme Beölung ohne Druckluft der technotrans SE senkt die Kosten und für die Mitarbeiter schafft sie ein gesünderes Arbeitsumfeld.

Die Accuride Corporation zählt zu den führenden Zulieferern von Rädern für die Automobilindustrie. Damit setzt das Unternehmen weltweit 1.2 Milliarden US-Dollar im Jahr um und beschäftigt rund 5.000 Mitarbeiter an 16 verschiedenen Standorten in Nord-Amerika, Europa und Asien. Dazu zählen Räder für Leichtfahrzeuge, für schwere Fahrzeuge und weitere für Traktoren, Konstruktions- und landwirtschaftliche Maschinen. Alleine KRONPRINZ trägt als bedeutender Teil der Gruppe rund 1,6 Millionen Lkw- und über 1,8 Millionen Pkw-Räder dazu bei.

Die besonders belastbaren Lkw-Räder setzen sich aus der Felge sowie der Radschüssel zusammen. Diese aus gewalztem Stahl gefertigten Bestandteile werden bei KRONPRINZ umgeformt und anschließend in modernen Schutzgasschweißstrassen an der Innenseite umlaufend verschweißt. Das klingt einfach, doch die Balance zwischen großen Stückzahlen, hoher Qualität und einem wettbewerbsfähigen Preis ist eine besondere Herausforderung. Dieser stellt sich beispielsweise Christian Simons, Projektleiter Anlagenplanung und Konstruktion bei KRONPRINZ: „Wir investieren regelmäßig in unsere Maschinen. Die Gründe sind dabei vielfältig. Es geht nicht immer nur um Kosten.“ Auch die Umwelt profitiere von einer nachhaltigen und ressourcensparenden Produktion. Zudem sollten sich die Mitarbeiter am Arbeitsplatz wohl fühlen, ergänzt Simons. Alle drei Bereiche hat das Unternehmen mit einer einzigen Investition optimiert: Die Sprühbeölung wurde mit Ventilen der technotrans SE ausgestattet.

Sprühbeölung ohne Druckluft
Um die eigenen hohen Qualitätsansprüche zu erfüllen und zugleich nachhaltig und effizient zu produzieren, ist bei der Umformung eine Beölung zwingend. Sie ermöglicht eine problemlose Umformung ohne Beschädigungen in den nachgelagerten Produktionsschritten. Die bisherige Lösung genügte den steigenden Anforderungen bei KRONPRINZ jedoch nicht mehr. Sie arbeitete mit teurer Druckluft, die nicht nur einen relevanten Kostenfaktor darstellte, sondern auch dafür sorgte, dass sich das gesprühte Öl in und um die Anlage verteilte. Auch die Lichtschranken mussten extra freigeblasen werden. Die Reinigung des überschüssigen Öls bis hin zu benachbarten Maschinen war zudem mit einem entsprechend hohen Aufwand verbunden und band Personal. „Eine schlechte Luftqualität durch den Ölnebel und der Druckluftverbrauch sprachen gegen unsere alte Lösung. Zudem war die Instandhaltung eine Herausforderung. Aufgrund der immer häufiger auftretenden Stillstände stiegen die Kosten.

Dann besuchten einige KRONPRINZ-Mitarbeiter auf der EuroBLECH Messe in Hannover den technotrans-Stand. Eine Sprühbeölung ohne Druckluft, die bereits in der Blechbearbeitung etabliert ist und zudem von einem global tätigen Unternehmen unweit des eigenen Standortes produziert wird – das weckte das Interesse bei KRONPRINZ. Zunächst erklärte er Reinhard Skricek, Key Account Manager bei technotrans, die besondere Herausforderung des Radproduzenten. Denn die Maschine zur Beölung von Rädern aus Solingen ist eine Eigenkonstruktion, die speziell auf die Anforderungen bei der Radherstellung ausgelegt wurde.

Über ein Transportband wird die Felgenbandage in die Maschine eingebracht und dort angehoben. Die Sprühtechnik ist oberhalb des Haltepunktes fest installiert und ermöglicht es, mit einem kleinen inneren Ring mit nach außen gerichteten Düsen und einem größeren Ring mit nach innen gerichteter Sprühbeölung, dass die Bandage zeitgleich von beiden Seiten beölt wird. Die Düsen müssen dabei einen sehr präzise definierten Bereich mit einem immer gleich dicken Ölauftrag abdecken. Dies geschieht parallel zum Hochfahren, sodass der gesamte Vorgang inklusive Absenken und Ausfahren der fertig beölten Bandage weniger als zehn Sekunden benötigt.

Dass die versprochene Lösung für diese Konstruktion geeignet war, davon ließen sich Simons und seine Kollegen am technotrans-Stammsitz in Sassenberg selbst überzeugen. „Beim ersten Besuch vor Ort fuhr noch eine gewisse Skepsis mit“, erinnert sich Simons. „Mit dem weißen Hemd neben der Anlage stehen, das klang doch ein wenig zu gut. Doch die Beölungsversuche im Labor waren beeindruckend.“ Auf der Rückreise nach Solingen überwog dann die Überzeugung, in guten Händen zu sein. Die weitere Recherche zeigte Simons zudem, dass eine vergleichbare Technik am Markt nicht zu finden ist: „Für unsere Anforderungen kam letztlich nichts anderes infrage.“ Nach Erteilung des Auftrags lieferte technotrans die gesamte Sprühtechnik, passte das System an die Einbausituation und Schnittstellen der Maschine an, schulte die betroffenen Mitarbeiter und seit der Inbetriebnahme im Dezember 2017 läuft das System 24 Stunden am Tag und sieben Tage pro Woche ohne Probleme. „Die Kostenreduzierung ist enorm. Durch Wegfall der Druckluft an der Sprühtechnik, die Öl-Reduktion im hohen zweistelligen Bereich und die Stillstandzeiten nahe Null“, sagt Simons.

Etablierte Technik mit vielen Details
Das System trägt den Namen technotrans spray.xact und kann zur Beölung von Coilbändern, Platinen oder Formteilen eingesetzt werden. Der Sprühstrahl wird mittels eines hochfrequent pulsierenden Ventils mit einer 1-Stoff-Düse erzeugt. Dadurch entfällt der kostenintensive Einsatz von Druckluft an den Düsen, der bei herkömmlichen Anlagen die Bildung von Sprühnebel begünstigt. Folglich ist auch keine Absaugung notwendig. Die präzise Dosierung und Ausrichtung ermöglicht es KRONPRINZ, den Sprühkegel auf die runde Form der Radbandage anzupassen.

Somit verbessert technotrans die Effizienz im Unternehmen weiter, indem Material- und Energieverbrauch sinken. Zudem ist KRONPRINZ weiter bestens auf alle Anforderungen und Gesetzesvorgaben hinsichtlich einer geringeren Aerosolbildung (Ölnebelbelastung) am Arbeitsplatz vorbereitet, die in den kommenden Jahren weiter steigen dürften, um die Umwelt- und Gesundheitsbelastung zu verringern.

Nach wenigen Monaten steht für KRONPRINZ fest, dass sich die Investition nicht nur aus Sicht der Mitarbeiter und der Umwelt gelohnt hast. Auch die Geschäftsführung ist angesichts der substanziellen Einsparungen überzeugt.