17.12.2018
Kategorie: technotrans, 2018

Lückenlose Farbchargenverfolgung für die Lebensmittelindustrie

WB Verpackungen setzt auf eine integrierte technotrans-Lösung zur Farbchargenverwaltung


Als Verpackungsdrucker in der Lebensmittelindustrie muss die WB Verpackungen GmbH aus Bremen höchsten Ansprüchen gerecht werden. Aufwändige Zertifizierungen und regelmäßige Audits gehören in dieser sensiblen Branche zum Alltag. Dazu zählt auch eine lückenlose Rückverfolgbarkeit ihrer Farbchargen. Um diesen wichtigen aber zeitintensiven Prozess zu verbessern, setzt das Unternehmen heute auf eine automatisierte Lösung der technotrans SE. Der Sassenberger Spezialist im Bereich Flüssigkeiten-Technologie integrierte ein System zur Farbchargenverwaltung und neue Farbversorgungsanlagen in die bestehenden Druckmaschinen. Das Ergebnis: eine präzise Rückverfolgung und der Einsatz größerer Farbgebinde.

Die mittelständische WB Verpackungen GmbH mit Sitz in Bremen ist mit seinen rund 60 Mitarbeitern spezialisiert auf die Entwicklung und Herstellung von Faltschachteln, Displays und Point-of-Sale-Materialien für Getränke, Lebensmittel und Nonfood-Artikel. Bei der Ausarbeitung ihrer Verpackungslösungen kommen Druck- und Veredelungstechniken eine hohe Bedeutung zu. Schließlich entscheidet nicht selten die Optik eines Produkts über seinen Erfolg bei den Kunden. Drei Mehrfarben-Offset-Druckmaschinen setzt WB Verpackungen ein, um flexibel sowohl kleine Auflagen als auch große Aufträge zu produzieren.

Da die vom Bremer Unternehmen hergestellten Primärverpackungen im direkten Kontakt mit Lebensmitteln stehen, gelten bei der Produktion besonders hohe hygienische Anforderungen. Im Vordergrund steht der Schutz vor Verunreinigungen etwa durch fehlerhafte Farbmittel, die in das Lebensmittel migrieren können. Der Produzent ist deshalb nach dem Hygiene-Management BRC/IoP zertifiziert – ein globaler Standard für Verpackungen und Verpackungsmaterialien. Zu den Voraussetzungen für die Zertifizierung gehört ein dokumentiertes und integriertes Qualitätsmanagementsystem mit hohen Anforderungen an die Lieferantenüberwachung und Nachvollziehbarkeit. „Es ist für den Hersteller und deshalb auch für uns ausgesprochen wichtig, sämtliche Materialien im Falle einer Rückrufaktion bis ins kleinste Detail zurückverfolgen zu können. Dazu zählen natürlich auch die von uns verwendeten Farbchargen“, sagt Lars Mester, Betriebsleiter bei WB Verpackungen.

Erhebliche Zeiteinsparung durch Automatisierung
Bis vor kurzem wurden sowohl der Farbverbrauch als auch die Farbchargenverwaltung durch Mitarbeiter händisch nachgehalten und waren deshalb sowohl zeit- als auch personalintensiv. Während Urlaubszeiten oder krankheitsbedingter Ausfälle stieß die Produktion deshalb an ihre Grenzen. „Auch vor dem Hintergrund des anhaltenden Fachkräftemangels in der Druckindustrie spielte die Personalplanung eine wichtige Rolle bei der Investition in ein automatisiertes System“, erklärt Mester. Neben den Zeiteinsparungen legte WB Verpackungen zudem großen Wert auf Produktionssicherheit und Anlagendesign und beriet sich im Vorfeld der Entscheidung mit seinem Druckfarbenhersteller. Den Zuschlag erhielt schließlich die technotrans SE, die den Verpackungshersteller bereits in der Vergangenheit mit einer Feuchtmittelversorgung ausgestattet hat.

Die Sassenberger Unternehmensgruppe installierte zunächst eine neue Farbversorgungsanlage, die WB Verpackungen den Einsatz von 200 Kilogramm Fässern erlaubt statt wie zuvor 2,5 Kilogramm Dosengebinden. Einzelne Farbchargen können dadurch über einen längeren Zeitraum verwendet werden, bevor ein Wechsel notwendig ist. Die Farbchargenverwaltung wurde in das System der Farbversorgungsanlage integriert. Volumetrische Mengenmessköpfe, die unmittelbar in der Rohrleitung vor der Druckmaschine eingebaut sind, erfassen den Farbfluss jeder Farbe. Durch das Hinterlegen der Farbdichte erfolgt die Umrechnung der Volumenangabe in eine Gewichtsangabe. Bei einem Wechsel des Farbgebindes erfasst der Bediener an der Farbpumpenstation mittels QR-Handscanner die Farbchargennummer, welche durch den Farblieferant als Barcode auf dem Fass angebracht ist. Im Programm der Farbchargen-Verwaltung sind alle einzelnen Rohrleitungsabschnitte mit ihren Längen und Durchmessern im System hinterlegt. Somit erkennt das System präzise über den Farbverbrauch, wann eine neue Farbcharge in der Rohrleitung an einer Druckmaschine angekommen ist.

Die Farbchargenzuordnung und -rückverfolgung wird über die Verbindung zu dem aktuell anstehenden Druckauftrag sichergestellt. „Ändert sich ein Druckauftrag, wird auch die neue Auftragsnummer in das System eingegeben. Mit den Angaben aus dem Volumenzähler weiß es, mit welcher Farbchargennummer der jeweilige Druckauftrag gefertigt wird“, erklärt Alois Scharf, Leiter Business Unit Ink & Fluid Technology bei technotrans. Findet ein Gebindewechsel während eines einzigen Druckauftrags statt, hat WB Verpackungen außerdem jederzeit eine zuverlässige Zuordnung, welcher Teil des Auftrags mit welcher Farbcharge gedruckt wurde.

Erfassung von Sonderfarben in Dosen
Eine Besonderheit der technotrans-Lösung ist die Erfassung von Farbdosen-Chargennummern, aus denen Sonderfarbe in die Farbkästen der Druckmaschine manuell gefüllt wird. „Kunden aus der Lebensmittelindustrie fordern häufig individuelle Sonderfarben, sodass wir permanent eine sehr große Anzahl kleinerer Dosen vorhalten. Bis vor kurzem bedeutete das einen hohen Aufwand in der Dokumentation“, sagt Mester. Mit der neuen Farbchargenverwaltung gehört das der Vergangenheit an, da nun auch die Farbdosen eingescannt und im System hinterlegt werden. Das spart Zeit und stellt auch in diesem Bereich die Rückverfolgbarkeit der Farbchargen sicher.

Alle Daten zur Rückverfolgung werden in die interne Netzwerkstruktur der WB Verpackungen eingespielt, sodass das Unternehmen eine Datenbank aufbauen und pflegen kann. Für eine optimale Übersicht an den Druckmaschinen sorgt das mit den Volumenzählern und Scannern verbundene Bedienpanel. Darin werden aktuelle Zahlen zu Farbverbrauch und Farbchargen wahlweise als Gesamtübersicht oder nach Maschinen, Aufträgen oder Chargen unterteilt dargestellt.

Zielgerichtete Zusammenarbeit und schnelle Inbetriebnahme
Die Kooperation zwischen den Unternehmen verlief jederzeit konstruktiv und zielgerichtet, berichtet Mester: „Uns wurde von technotrans sehr schnell die Umsetzbarkeit unserer Anforderungen an das Anlagendesign garantiert. Insbesondere der Wunsch nach einem flexiblen Tausch der Farbreihenfolge an den Druckwerken war dabei eine Herausforderung.“ Die Sassenberger erfüllten diese Anforderungen, führten letzte technische Anpassungen mit Programmierern vor Ort durch und nahmen die Systeme in kürzester Zeit in Betrieb. Darüber hinaus bietet technotrans einen Service mit kurzer Reaktionszeit, der per Benachrichtigungen aus dem internen Netzwerk der WB Verpackungen über Störungen benachrichtig werden kann, um Stillstandzeiten zu reduzieren. „Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden, sagt Mester. „Die Automatisierung bedeutet eine spürbare Verbesserung und Entlastung unserer Produktion.“